{"id":4767,"date":"2021-10-19T14:44:46","date_gmt":"2021-10-19T12:44:46","guid":{"rendered":"https:\/\/2023.janacek-brno.cz\/?page_id=4767"},"modified":"2021-12-04T22:44:10","modified_gmt":"2021-12-04T21:44:10","slug":"leos-janacek","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/2023.janacek-brno.cz\/de\/leos-janacek\/","title":{"rendered":"Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek"},"content":{"rendered":"<p>[vc_row gap=&#8220;35&#8243;][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\">\n<div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start\">\n<div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\">\n<div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\">\n<div class=\"fusion-text fusion-text-1\">\n<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\">\n<div class=\"fusion-builder-row fusion-row\">\n<div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last\">\n<div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\">\n<div class=\"fusion-text fusion-text-1\">\n<p>Der Komponist, P\u00e4dagoge, Dirigent, Pianist, Schriftsteller und Folklorist Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek (1854\u20131928) z\u00e4hlt zu den bemerkenswertesten Musiksch\u00f6pfern des 20. Jahrhunderts. Wenngleich er seinem Geburtsdatum nach eher zur Generation Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1ks geh\u00f6rt, z\u00e4hlen seine Kompositionen zum Progressivsten, was im letzten Jahrhundert an Musik entstand. Zu Recht stand der fast siebzigj\u00e4hrige Jan\u00e1\u010dek in einer Reihe mit Komponisten, die eine oder zwei Generationen j\u00fcnger waren, wie Arnold Sch\u00f6nberg, Alban Berg oder Igor Strawinsky. Wenngleich er in seinen letzten Lebensjahren einer der meistbeachteten Komponisten war, blieb sein Leben weiterhin mit der Stadt Brno verbunden. Die enge Beziehung Jan\u00e1\u010deks zu dieser Stadt r\u00fchrte nicht nur daher, dass er hier den gr\u00f6\u00dften Teil seines Lebens verbrachte; er \u00fcbte vielmehr durch seine unerm\u00fcdliche T\u00e4tigkeit als Organisator, Dirigent und P\u00e4dagoge gro\u00dfen Einfluss auf das Br\u00fcnner Kulturleben aus und gab f\u00fcr viele Jahre seine Richtung an. Wenn wir weiter in Betracht ziehen, dass die meisten Werke Jan\u00e1\u010deks gerade hier ihre Premiere erlebten, so wird offensichtlich, wie tief die Verbindung zwischen dem Komponisten und seiner Stadt war.<\/p>\n<p>Nach Brno kam Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek 1865 als elfj\u00e4hriger Knabe aus seinem Geburtsort Hukvaldy. Sein Vater schickte ihn in die Schulstiftung des Augustinerklosters Sankt Thomas in Alt-Br\u00fcnn.<\/p>\n<p>Dieses Kloster leitete damals der aufgekl\u00e4rte Abt Cyrill Napp, und es wirkten hier Pers\u00f6nlichkeiten wie der Komponist Pavel K\u0159\u00ed\u017ekovsk\u00fd, der Begr\u00fcnder der Erblehre Gregor Mendel oder der Philosoph, Dichter und Journalist Franti\u0161ek Matou\u0161 Kl\u00e1cel. Die in die Schulstiftung aufgenommenen musikalisch begabten Knaben waren dank ihrer hellblauen Anz\u00fcge als \u201eBlaukehlchen\u201c bekannt. Im Kloster erhielten sie eine gr\u00fcndliche Musikausbildung, um bei den musikalischen Aktivit\u00e4ten des Ordens wie auch bei \u00f6ffentlichen Konzertauftritten mitwirken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter besuchte Jan\u00e1\u010dek die deutsche Realschule und das Br\u00fcnner Lehrerinstitut.<\/p>\n<p>Nach seinem Schulabschluss im Jahr 1874 blieb er als Aushilfslehrer am Lehrerinstitut. Daneben wirkte er als Chorleiter und als Dirigent des Handwerkerbunds Svatopluk (1873\u201376) und des philharmonischen Vereins Beseda brn\u011bnsk\u00e1 (1876\u201388). Unter seiner Leitung wurde aus der Beseda brn\u011bnsk\u00e1 ein gro\u00dfer Kantatenchor, mit dem Jan\u00e1\u010dek zum Beispiel Mozarts Requiem, Beethovens Missa solemnis oder Dvo\u0159\u00e1ks Stabat mater auff\u00fchren konnte. Zu jener Zeit hatte der junge Jan\u00e1\u010dek bereits zu komponieren begonnen und kam immer mehr von der f\u00fcr ihn vorgesehenen Lehrerlaufbahn ab. Stattdessen bem\u00fchte er sich um eine weitere Vertiefung seiner musikalischen Ausbildung. Im Jahr 1874 wurde er an der Prager Orgelschule aufgenommen. In den Jahren 1879\u201380 besuchte er noch kurz das Konservatorium in Leipzig und in Wien, wo es jedoch nach seinen Worten \u201enichts mehr zu lernen\u201c gab.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\">\n<div class=\"fusion-builder-row fusion-row\">\n<div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last fusion-column-no-min-height\">\n<div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\">\n<div class=\"fusion-content-boxes content-boxes columns row fusion-columns-1 fusion-columns-total-1 fusion-content-boxes-1 content-boxes-icon-with-title content-left\" data-animationoffset=\"top-into-view\">\n<div class=\"fusion-column content-box-column content-box-column content-box-column-1 col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 fusion-content-box-hover content-box-column-last content-box-column-last-in-row\">\n<div class=\"col content-box-wrapper content-wrapper link-area-link-icon icon-hover-animation-fade\" data-animationoffset=\"top-into-view\">\n<div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n<div class=\"content-container\">\n<p data-fusion-font=\"true\">Kurz nach seinem Studienaufenthalt in Leipzig heiratete Jan\u00e1\u010dek die Tochter des Direktors des Lehrerinstituts, Zdena Schulzov\u00e1. Die Ehe war nicht allzu gl\u00fccklich, die erste ernsthafte Krise stellte sich schon bald nach der Hochzeit ein und endete auch nach der Geburt der Tochter Olga nicht. Zu jener Zeit war Jan\u00e1\u010dek durch seine beruflichen T\u00e4tigkeiten bereits sehr ausgelastet. Zu seinen bestehenden Verpflichtungen kam noch die Position des Direktors und gleichzeitig eines P\u00e4dagogen an der neu gegr\u00fcndeten Br\u00fcnner Orgelschule hinzu, die auf Jan\u00e1\u010deks Betreiben hin im Jahr 1881 entstanden war. Weiter war Jan\u00e1\u010dek auch in der Genossenschaft des Nationaltheaters Br\u00fcnn, im Russischen Kreis oder im Klub der Kunstfreunde aktiv. Er begr\u00fcndete und publizierte die erste Musikzeitschrift M\u00e4hrens, die Hudebn\u00ed listy, und schrieb Kritiken und Feuilletons f\u00fcr die Tageszeitung Lidov\u00e9 noviny. Ab 1888 widmete er sich intensiv dem Studium von Volksliedern und Volkst\u00e4nzen, die er oft direkt vor Ort sammelte und notierte. Zur Folklore verfasste er mehrere kenntnisreiche theoretische Arbeiten, und zusammen mit Franti\u0161ek Barto\u0161 gab er die Sammlung Ein Strau\u00df m\u00e4hrischer Volkslieder heraus. Im Jahr 1890 erlebten Jan\u00e1\u010dek und seine Frau einen schweren Schicksalsschlag, als ihr zweij\u00e4hriger Sohn Vladim\u00edr starb. Der Beginn der Neunzigerjahre stand in Jan\u00e1\u010deks Schaffen ganz im Zeichen der m\u00e4hrischen Folklore. Es entstanden zahlreiche Adaptionen von Volksliedern und -t\u00e4nzen, die stilisierten Walachischen T\u00e4nze f\u00fcr Orchester, R\u00e1ko\u0161 R\u00e1koczy \u2013 ein Bild aus der M\u00e4hrischen Slowakei und die einaktive Oper Anfang eines Romans. Daneben begann sich Jan\u00e1\u010dek f\u00fcr die Psychologie und ihre Widerspiegelung im sprachlichen Ausdruck zu interessieren, den er als eine Art \u201eFenster zur Seele\u201c der Menschen betrachtete. Unterschiedliche Sprachmelodien waren nach Jan\u00e1\u010dek Ausdruck des Charakters und der momentanen Stimmung eines Menschen. Er war \u00fcberzeugt, dass sich die menschliche Sprache mit Hilfe der Notenschrift objektiv festhalten l\u00e4sst. Dem Sammeln und Notieren von Sprachmelodien widmete sich Jan\u00e1\u010dek ab 1897 mehr oder weniger f\u00fcr den Rest seines Lebens. Er blieb jedoch nicht allein bei der menschlichen Sprache, vielmehr finden wir unter seinen mehr als dreitausend Aufzeichnungen auch das Gebell von Hunden, den Pfeifton einer M\u00fccke, das Knarren eines Parkettbodens oder das Summen einer Biene.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-3 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\">\n<div class=\"fusion-builder-row fusion-row\">\n<div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-2 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last\">\n<div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\">\n<p><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><picture class=\"img-responsive wp-image-3272\" title=\"MFJB\"><source srcset=\"https:\/\/2023.janacek-brno.cz\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/FJB2020_pozadi_1920\u00d71080-1-200x113.jpg.webp 200w, https:\/\/2023.janacek-brno.cz\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/FJB2020_pozadi_1920\u00d71080-1-400x225.jpg.webp 400w, https:\/\/2023.janacek-brno.cz\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/FJB2020_pozadi_1920\u00d71080-1-600x338.jpg.webp 600w, https:\/\/2023.janacek-brno.cz\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/FJB2020_pozadi_1920\u00d71080-1-800x450.jpg.webp 800w, https:\/\/2023.janacek-brno.cz\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/FJB2020_pozadi_1920\u00d71080-1-1200x675.jpg.webp 1200w, https:\/\/2023.janacek-brno.cz\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/FJB2020_pozadi_1920\u00d71080-1.jpg.webp 1920w\" type=\"image\/webp\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 1200px\" \/>\u00a0 <\/picture> <\/span><\/p>\n<div class=\"fusion-clearfix\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-4 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\">\n<div class=\"fusion-builder-row fusion-row\">\n<div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-3 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last\">\n<div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\">\n<div class=\"fusion-text fusion-text-2\">\n<p>Neue Kompositionswege beschritt Jan\u00e1\u010dek bei der in der m\u00e4hrischen Provinz angesiedelten Oper Jen\u016ffa nach einem Drama von Gabriela Preissov\u00e1. In dieser nach einem Prosawerk komponierten Oper gelangte Jan\u00e1\u010dek zu einem eigenen musikalischen Ausdruck. Nach und nach wandte er sich vom traditionellen Opernschema mit abgeschlossenen Szenen und Arien ab, im Orchester tauchten charakteristische rhythmische Ostinati und modale Tongebilde auf, vollkommen neu war die musikalische Diktion der Vokalparte der einzelnen Personen, welche auf seinen Studien der menschlichen Sprache basierte. Die Oper Jen\u016ffa vollendete Jan\u00e1\u010dek nach fast zehnj\u00e4hriger Arbeit im Jahr 1903. Die Arbeit an diesem Werk wurde \u00fcberschattet durch den sich verschlechternden Gesundheitszustand von Jan\u00e1\u010deks Tochter Olga und die Sorge des Komponisten um ihr Leben. Als er die Oper vollendete, traf ihn der schwerste Schicksalsschlag seines Lebens, als Olga mit einundzwanzig Jahren starb.<\/p>\n<p>Nachdem das Nationaltheater in Prag die Auff\u00fchrung von Jen\u016ffa abgelehnt hatte, erlebte die Oper am 21. Januar 1904 ihre erfolgreiche Premiere am Br\u00fcnner Nationaltheater. Bisher war Jan\u00e1\u010dek in der Gesellschaft eher als Schulleiter und Lehrer und nur am Rande als Komponist wahrgenommen worden, da seine kompositorische T\u00e4tigkeit im Grunde nur der Br\u00fcnner \u00d6ffentlichkeit bekannt war. Daher war ihm sehr daran gelegen, auch mit der Prager Musikszene in Kontakt zu treten und dort Anerkennung zu finden. Darauf musste er jedoch noch weitere zw\u00f6lf Jahre warten. Nach der Br\u00fcnner Premiere von Jen\u016ffa lie\u00df sich Jan\u00e1\u010dek pensionieren, um sich fortan g\u00e4nzlich seiner Orgelschule und der Kompositionsarbeit widmen zu k\u00f6nnen. Zu jener Zeit begannen auch seine regelm\u00e4\u00dfigen Aufenthalte im \u201eslawischen\u201c Kurbad Luha\u010dovice.<\/p>\n<p>Bei einem dieser Aufenthalte lernte Jan\u00e1\u010dek auch Kamila Urv\u00e1lkov\u00e1 kennen, deren Lebensgeschichte die Vorlage f\u00fcr Jan\u00e1\u010deks vierte Oper Schicksal lieferte. Allerdings wurde dieses St\u00fcck, das vom neuen Prager Stadttheater in den Weinbergen einstudiert werden sollte, schlie\u00dflich nie zu Jan\u00e1\u010deks Lebzeiten aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Au\u00dferhalb von Brno wurde Jan\u00e1\u010dek vor allem durch Ch\u00f6re repr\u00e4sentiert, insbesondere durch den herausragenden Gesangschor der m\u00e4hrischen Lehrer unter ihrem Leiter Ferdinand Vach und den Pilsener Smetana-Chor. F\u00fcr diese Klangk\u00f6rper komponierte Jan\u00e1\u010dek seine Chorwerke Kantor Halfar, Maritschka Magdonova und 70.000 nach Gedichten von Petr Bezru\u010d. Zwischen der Br\u00fcnner und der Prager Premiere von Jen\u016ffa entstanden unter anderem weitere Teile des lyrischen Klavierzyklus Auf verwachsenem Pfade, der Zyklus Im Nebel, die orchestrale Ballade Des Spielmanns Kind, die Kantate Das ewige Evangelium oder die erste Fassung der symphonischen Rhapsodie Taras Bulba. Unterdessen schien Jan\u00e1\u010dek eine Auff\u00fchrung von Jen\u016ffa in Prag immer unwahrscheinlich, und er verlor zusehends den Glauben an sich selbst.<\/p>\n<p data-fusion-font=\"true\"><span style=\"color: #ffffff;\">_<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"fusion-sep-clear\"><img class=\"aligncenter wp-image-3151 size-full\" title=\"2\" src=\"http:\/\/2023.janacek-brno.cz\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2-1.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/2023.janacek-brno.cz\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2-1.jpg 650w, https:\/\/2023.janacek-brno.cz\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2-1-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/div>\n<div class=\"fusion-separator fusion-full-width-sep\">\n<div class=\"fusion-separator-border sep-single sep-solid\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fusion-sep-clear\"><span style=\"color: #ffffff;\">__<\/span><\/div>\n<div class=\"imageframe-align-center\"><\/div>\n<div class=\"fusion-text fusion-text-3\">\n<p>Nach Jahren der Ablehnung wurde Jen\u016ffa 1916 endlich auf den Spielplan des Prager Nationaltheaters gesetzt, und die Auff\u00fchrung fand ungeahnte Resonanz. Durch diesen Erfolg befl\u00fcgelt, begann der zweiundsechzigj\u00e4hrige Jan\u00e1\u010dek fieberhaft zu komponieren. Er vollendete die bereits fr\u00fcher begonnene Oper Die Ausfl\u00fcge des Herrn Brou\u010dek und begann die Arbeit an dem Kammerwerk Tagebuch eines Verschollenen. Seinen Weg eines anerkannten Komponisten ebneten durch ihr Interesse Max Brod und der namhafte Verlag Universal Edition. Wirklichen internationalen Ruhm brachte ihm 1918 die Auff\u00fchrung von Jen\u016ffa an der Wiener Hofoper, mit der Jan\u00e1\u010dek unter die f\u00fchrenden Komponisten Europas aufstieg. Die Entstehung der selbst\u00e4ndigen Tschechoslowakischen Republik im selben Jahr erlebte Jan\u00e1\u010dek als anerkannter Komponist in voller Schaffenskraft und voller Zukunftspl\u00e4ne.<\/p>\n<p>Die letzten zehn Lebensjahre waren Jan\u00e1\u010deks fruchtbarste Schaffensperiode. Hinter der ungew\u00f6hnlichen Dynamik seiner Kompositionst\u00e4tigkeit und seinem Lebenselan in diesem Alter stand unter anderem auch die Beziehung zu seiner Freundin und Muse Kamila St\u00f6sslov\u00e1. Bei vielen seiner Werke bekannte er sich ganz direkt zu dieser Inspiration, so etwa beim Tagebuch eines Verschollenen, bei der Oper Katja Kabanowa oder beim Streichquartett Intime Briefe. Die Br\u00fcnner Orgelschule wandelte er um in ein Konservatorium, er wurde zum Professor der Meisterklasse f\u00fcr Komposition des Prager Konservatoriums ernannt, man w\u00e4hlte ihn zum Vorsitzenden des Klubs der m\u00e4hrischen Komponisten, und 1925 wurde ihm das allererste Ehrendoktorat der Masaryk-Universit\u00e4t verliehen. Im Jahr 1927 wurde er zusammen mit Arnold Sch\u00f6nberg und Paul Hindemith zum Mitglied der Preu\u00dfischen Akademie der Wissenschaften ernannt, und im selben Jahr verlieh ihm der belgische K\u00f6nig Albert (unter dem Eindruck des gewaltigen Erfolgs von Jen\u016ffa in Antwerpen) den Leopoldsorden. Es fielen alle fr\u00fcheren Barrieren und Hindernisse, die Jan\u00e1\u010dek von einer intensiveren Kompositionst\u00e4tigkeit abgehalten hatten, und die Erfolge seiner Musik im In- und Ausland gaben den Anlass zur Entstehung immer weiterer Werke. In den Zwanzigerjahren entstanden unter anderem Kammerwerke wie Jugend, Concertino und Capriccio, zwei Streichquartette, die orchestrale Blan\u00edk-Ballade, die Sinfonietta oder die Glagolitische Messe. In kurzen Intervallen komponierte er au\u00dferdem seine bedeutendsten Opernwerke \u2013 Katja Kabanowa, Das schlaue F\u00fcchslein, Die Sache Makropulos und Aus einem Totenhaus. Je \u00e4lter Jan\u00e1\u010dek wurde, desto j\u00fcnger und expressiver wurde seine Musik. Auf der H\u00f6he seiner Schaffenskr\u00e4fte \u00fcberraschte ihn jedoch pl\u00f6tzlich der Tod. Ende Juli 1928 fuhr Jan\u00e1\u010dek in seinen Geburtsort Hukvaldy, wo ihn Kamila mit ihrem Sohn besuchte. Er hatte eine Abschrift der Partitur seiner Oper Aus einem Totenhaus dabei, an der er noch einige Korrekturen und Erg\u00e4nzungen vornehmen wollte. Diese Arbeit sollte er jedoch nicht mehr vollenden. Mit einer starken Erk\u00e4ltung wurde er in ein Sanatorium nach Ostrava gebracht, wo er am 12. August einer akuten Lungenentz\u00fcndung erlag. Bestattet wurde er auf dem Br\u00fcnner Zentralfriedhof.<\/p>\n<p>Author: Ji\u0159\u00ed Zahr\u00e1dka<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#8220;4111&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; onclick=&#8220;custom_link&#8220; img_link_target=&#8220;_blank&#8220; link=&#8220;https:\/\/www.leosjanacek.eu\/de\/&#8220;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row gap=&#8220;35&#8243;][vc_column][vc_column_text] Der Komponist, P\u00e4dagoge, Dirigent, Pianist, Schriftsteller und Folklorist Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek (1854\u20131928) z\u00e4hlt zu den bemerkenswertesten Musiksch\u00f6pfern des 20. Jahrhunderts. Wenngleich er seinem Geburtsdatum nach eher zur Generation Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1ks geh\u00f6rt, z\u00e4hlen seine Kompositionen zum Progressivsten, was im letzten Jahrhundert an Musik entstand. 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